Ja, ich bin noch da!

3. Juni 2008

Was ist geschehen? Warum war ich nicht mehr Online und blieb ich Trocken? Zu erst ein mal, ja ich bin Trocken geblieben. Online war ich lange nicht mehr da sich der Zugang zum Web geändert hatte und ich die Änderung nicht mitbekommen habe. Nun bin ich wieder im Netz und es kann wieder los gehen.

Es gibt viel zu berichten und wenn ich ehrlich sein soll, ich weiss nicht wo ich anfangen soll. Ich bin nun seit über vier Jahre Trocken, habe nicht versucht meine Umwelt Trocken zu legen, nur versucht selber zu Überleben. In eine Welt in der ich stehts auf mich acht geben muss. In letzter Zeit begegne ich immer wieder Menschen bei denen ich glaubte Sie wüssten was der Alkohol aus Ihnen gemacht hat. Doch kurze Zeit später muss ich zu meinen bedauern feststellen, das trotz Wissen um Ihre Krankheit Sie doch nicht in der Lage sind sich Hilfe zu holen wenn Sie Hilfe brauchen. Statt dessen gehen Sie den einfachen Weg, werden schwach, trauen sich nicht, sich Ihrer Krankheit zu stellen. Was ist los, was fehlt Ihnen? Fehlt Ihnen die Angst, die Angst vor den Teufel Alkohol? Warscheinlich, denn wie sonst sollte man das Erklähren. Spielen diese Leute mit dem Teufel?

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Ich bin Alkoholiker, was nun?

3. November 2006

Nun ich habe ja schon in einen anderen Artikel geschrieben das es verschiedene Möglichkeiten gibt mit der Situation umzugehen.
Die eine ist, es vor der Gesellschaft zu verbergen und versuchen ein normales Leben nach außen hin vor zu täuschen.
Eine andere Möglichkeit ist, es nur einen engen Kreis mitzuteilen, um sich bei Familienfeiern und andere Anlässe, bei denen die Eingeweihten anwesend sind offener zu bewegen und so auf Verständnis und Rücksichtnahmen zu hoffen.
Aber es gibt auch die Möglichkeit es einfach jeden zu sagen!
Das soll nun nicht heißen das man jeden den man begegnet nun ins Gesicht sagt „Hey, ich bin Alkoholiker.“ So ist es nun auch nicht zu verstehen, aber so damit umgeht das man sich dafür nicht schämen muss.
Dies ist nun mal auch die Variante die ich genommen habe. Und warum habe ich diesen weg damals gewählt? Nun, nicht aus Stolz, das weiß ich. Nein, es war damals und auch heute noch der beste Schutz den ich mir vor mir selber geben konnte. Denn dadurch das ich es jeden erzählte, mich mit irgend welchen Lügen aus Situationen heraus lügen muss: „Ich habe es mit dem Magen und kann daher nicht Trinken.“, oder „Ich bin beim Abnehmen und da macht sich Alkohol überhaupt nicht gut.“. Es gibt viele solcher Sätze den man sich bedienen kann und vielleicht ist es auch für den einen oder anderen von Nöten sich solcher zu gebrauchen. Bei mir kam das zu der damaligen Zeit nicht mehr in Frage. Wie weit hatte ich es denn bis dahin gebracht?
Aus, es war einfach alles AUS! So sah es doch nun mal aus und warum, weil ich mich und andere beim Thema Alkohol so oft belogen habe das ich es schon gar nicht mehr zählen konnte, bzw. habe ich mir ja nie Gedanken darüber gemacht. Denn ich war doch kein Alki, das wüsste ich doch. Schließlich sieht man die doch immer in irgendwelchen Ecken und Bänke rum hängen. Ich doch nicht! Erstens trinke ich doch nur Bier und nicht irgendsolch einen Fusel. Zweitens gehe ich doch jeden Tag arbeiten und trinke dort nicht einen Tropfen. Also das sind doch schon gewaltige Gründe um mich nicht Alki zu nennen. Tja, dachte ich und habe mich mal wieder selber belogen. Irgendwann kam aber auch schon mal der Gedanke: „Sind nicht doch so ein paar Sachen an mir die sich nicht so ganz unter der Haube des normalen ablegen lassen?“. Ganz kurz blitzten solche Gedanken in mir auf und es war mir selber unangenehm mich dabei zu ertappen wie ich mich belog, der unangenehme Geschmack, den ich bei diesen Gedanken empfand, musste erst mal mit einen Bier weggespült werden, und am besten noch zwei, drei hinterher damit dieser Gedanke schön unten bleibt und mich an diesen Tag nicht mehr weiter stört. So war es gewesen uns ich hätte damals noch mit jeden im Streit gebrochen der mich einen Alkoholiker nannte und bei seiner Behauptung blieb.
Natürlich gab es auch Streit mit meinen Ehepartner der mich immer wieder dazu aufforderte und mich ermahnte mit dem Trinken aufzuhören.
Aber Hallo, dass konnte ich doch und begann es dann auch mal zu zeigen wenn ich es mal wieder zu arg getrieben habe, zuerst schaffte ich es auch mal ein paar Tage trocken zu bleiben. Die abstände wurden aber immer geringer und ich fing an, in der Zeit wo ich mal wieder nicht trinken wollte (sollte), heimlich zu trinken.
Damit fing es auch das ich den Alkohol Bunkerte um so immer zugriff zu haben wenn ich mich nicht beobachtete fühlte. Nutzte jede Gelegenheit die sich bot um an meinen Vorrat zu kommen, bald schon fing ich an mir Pläne zu machen wie ich es am besten ein einrichten konnte um an den Stoff zu gelangen.
Natürlich war ich fest der Meinung das es niemand mitbekommt und es nicht auffällt. Was für ein wahnwitziger Gedanke!
Aber nun ja da befand ich mich natürlich schon voll im Sumpf und habe oder wollte es nicht sehen das dies schon das Ende meiner Familie war.
In wie weit ich meiner Familie schon geschadet habe kann ich ja ein anderes mal berichten.
Gehe jetzt erst mal in Urlaub und genieße die Früchte meiner jetzt drei jährigen Trockenheit.

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Mein erster Besuch einer Selbsthilfegruppe

31. Oktober 2006

Meine erste Begegnung mit anderen Alkoholikern,

was war ich für ein Häufchen Elend als ich mich dazu entschloss eine Gruppe zu besuchen. Was erwartete man von mir, ging es mir immer wieder durch den Kopf. Oder sollte ich besser sagen was habe ich erwartet. Ich entschloss mich damals zu einer Gruppe des “Blauen Kreuz” zu gehen, nicht das ich dies tat weil ich mich sorgfältig darauf vorbereitet habe, nein viel mehr kam es dadurch das ein langjähriger Kollege und trockener Alkoholiker mich dazu einlud. Ebend diesen Kollegen hatte ich mich offenbart ein Alkoholiker zu sein und ich am Rande meiner Nerven war. Nun ich brauche wohl nicht erst zu schildern wie es dazu kam, denn ich kenne keinen der von alleine ohne Zwang und Druck sich selber bloßstellt. Nun ja so war es nun auch bei mir.  Ehe stand vor dem aus, ich sah mein ganzes bisheriges Leben schwinden, die Erkenntnis meine Kinder und alles wofür ich bis dahin gelebt und gearbeitet habe zu verlieren. Und warum das, “Nur weil ich etwas mehr trank wie andere.”, so war mein doch immer mein Spruch. Ich gehe doch jeden Tag zur Arbeit, gehe morgens pünktlich los und komme gegen 15:30 Uhr wieder pünktlich nach Hause”, Jahr für Jahr. Hab ich nicht immer versucht meiner Familie alles zu geben? War nicht immer sie mein Mittelpunkt? Ja so dachte ich und habe nicht geglaubt das es mich mal treffen kann. Nun war es soweit, ich wollte mich eine Gruppe anvertrauen. Natürlich tat ich dies auch mit dem Gedanken dadurch meine Frau wieder zu gewinnen, jetzt wo sie doch sehen musste das ich was dagegen tat, da musste Sie mich doch einfach wieder haben wollen. Mit diesen inneren Gedanken und Hoffnung das sich dadurch alles wieder begradigen ließ und mein Leben dann da weiter führen konnte wo es fast aufhörte, ging ich also, zu meinen ersten Besuch bei einer Gruppe für alkohlkranke Menschen. Es war nicht einfach, ob wohl mein Kollege mich mit nahm und ich nicht ganz allein auf mich gestellt war, so war doch eine gewisse Unruhe in mir. Dauernd bohrte sich die Frage in mir auf wie solle ich mich verhallten? Zweifel überkamen mich “Bin denn wirklich ein Alki das ich mir das antun muss?”. Aber ich kann es mir ja mal anhören was sie zu meiner Situation so sagen, war dann mein Gedanke. Nun was soll ich sagen, jetzt drei Jahre später muss ich doch über mich selber schmunzeln, was für nasse Gedanken ich doch da noch hatte und von der Sucht keine Ahnung.  Als erstes stellte sich die Gruppe durch Blitzlichter vor, wo bei jeder einzelne von sich in kurzen Worten was erzählt. Na ja was soll ich sagen nachdem einige vor mir sich vorgestellt hatten war dann auch ich mal an der Reihe. Die ganze Zeit habe ich mir überlegt was ich sagen soll oder was auch nicht, nun war es so weit das ich dran war und ich war froh sagen zu können “Ich bin André und ich bin Alkoholiker!”, nach diesen Satz und das vor einer Gruppe die mich versteht, denn die da saßen waren doch alles Profis, den ich nichts vormachen brauchte und wohl auch nicht konnte, danach war doch vieles leichter. Nach dem ich dann im laufe der 1 1/2 stündigen Sitzung mich auch dazu durchrang etwas von mir zu erzählen und dabei ganz offen auch Tränen der Verzweiflung nicht ausblieben ging es mir doch nach der Sitzung schon um einiges besser. Ich schöpfte wieder Mut und auch vertrauen in mir und Zuversicht in den Erhalt meiner Familie. Habe ich doch auch Beispiele gesehen und gehört wo es auch ein Happyend gegeben hat, aus solch einer Situation.  

 

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Man sollte sich der Gefahr immer bewußt sein!!!

27. Oktober 2006

Oft begegnen mir Menschen die es nicht verstehen können was es mit der Sucht auf sich hat. Die es sich einfach nicht vorstellen können von etwas kontrolliert zu werde. Das man immer und immer wieder sich selbst zur Diszieplin rufen muss und sich der Gefahr, die überal lauert,  auch bewusst wird. Denn was ist wenn wir mal nicht daran denken! Was passiert wenn man mal wieder unbeschwert lachen will, feiern mit den Anderen, ausgelassen sein und einfach mal wieder die Sau rauss lassen? Was würde geschehen? Du würdest wieder da landen woher Du einst gekommen bist.

“Aber wieso denn?” wurde ich darauf gefragt, “Was kann daran so schlimm sein sich ausgelassen zu amüsieren?”

Es ist dieses Gefühl das man aus der Zeit kennt, dieses Gefühl der Unbeherschtheit, in dem man sich noch nicht zu den Süchtigen bekannte und dann ist da nur noch ein kleiner Schritt den es zu wagen gilt und man findet sich genau dort wieder wo man damals aufgehört hat. Da ist der Punkt wo es sich entscheidet ob Du wieder mit der Eisenbahn im Kreis fährst oder Du weiter hin Deinen Weg machst und Dich schritt für schritt weiter entwickelltst und auch mal andere Wege ausprobierst. [inspic=20,,fullscreen,400]

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